@chaseelliottclark | Unsplash

Unparteilichkeit im Audit

Via blog.isoman.de • Stephan Joseph • 22.08.2018
290 Views | 0 Notes

Seit der ersten Revision der ISO 9001 im Jahr 1987 finden wir unter „Interne Audits“ die Anforderung: „Die Organisation muss Auditoren so auswählen und Audits so durchführen, dass Objektivität und Unparteilichkeit des Auditprozesses sichergestellt sind.“

Endlich findet man im Entwurf der kommenden ISO 19011 im Abschnitt Auditprinzipien die folgende Relativierung zum Begriff Unabhängigkeit: „Bei kleineren Organisationen kann es sein, dass die internen Auditoren nicht komplett unabhängig von der Tätigkeit sind, die auditiert wird; es sollten aber alle Anstrengungen unternommen werden, um Voreingenommenheit zu beseitigen und Objektivität zu fördern.“ Bei den Definitionen der ISO 9000 finden wir keine weiteren Hinweise.

Was eine „kleinere“ Organisation ist, bleibt der Interpretation des Lesers überlassen. Nehmen wir an, dass in einem Unternehmen mit 150 Mitarbeitern zehn interne Auditoren ausgebildet wurden (was schon überdurchschnittlich viel wäre). Diese kommen aus verschiedenen Abteilungen und Hierarchieebenen. Sind zum Beispiel Auditoren aus der Produktion unparteiisch, wenn sie den Einkauf auditieren? Wahrscheinlich kennen sich die Kollegen und durch die Wechselwirkungen der Prozesse entstehen zwangläufig eigene Interessen oder themenbezogene Neigungen. Zudem beeinflussen die persönliche Beziehung und der Nasenfaktor die Objektivität im Audit, wenn auch nur unbewusst.
Um diesem Dilemma zu entgehen, buchen einige Organisationen externe Auditoren zur Durchführung interner Audits. Jedoch auch hier dürfen Objektivität und Unparteilichkeit infrage gestellt werden.

Es gibt einen Ausweg: Wenn man die Begriffe „Objektivität und Unparteilichkeit“ nicht auf die Person des Auditors, sondern auf dessen Einstellung bezieht. Nicht umsonst beschreibt die ISO 19011 weitere Auditprinzipien wie Integrität, sachliche Darstellung, berufliche Sorgfalt und den faktengestützten Ansatz. Werden diese Prinzipien umgesetzt, könnte sogar ein Prozessverantwortlicher seinen eigenen Prozess auditieren.
Vielleicht können Audits des eigenen Prozesses beziehungsweise der eigenen Abteilung wertvolle Informationen liefern. Auch wenn eventuell nicht alles im Bericht erscheint, da dies gegebenenfalls einer Selbstanzeige gleich käme, könnten Auditerkenntnisse zu wirksamen Verbesserungsmaßnahmen führen.

Wichtig ist letztlich die Wirksamkeit des Auditprogramms!

Was jedoch ist ein wirksames Auditprogramm und warum wollen wir als Organisation interne Audits durchführen? Lesen Sie den vollständigen Artikel unter: blog.isoman.de

Bild des Benutzers Catherina  Schu
Kuratiert
am 12.10.2018 von
Catherina Schu