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Digitale Transformation: Herausforderung der Finanzbranche

Via IT Finanzmagazin • 20. Februar 2019
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Am 19. Februar sprach Prof. Dr. Joachim Wuermeling, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, bei der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Europäischen Union in Brüssel über die Chancen und Risiken durch die digitale Transformation im europäischen Kontext und den Standpunkt der Bundesbank dazu. Eine Zusammenfassung seiner Rede.

Wie tiefgreifend die Digitalisierung unser Leben und unser Wirtschaftssystem schon verändert hat und weiter verändern wird, lässt sich heute schon erahnen. Viele Entwicklungen, die heute noch wenig sichtbar und allmählich stattfinden, sind Teil eines großen Umbruchs. Mir ist das Thema digitale Transformation wichtig, weil ich im Rahmen meiner Aufgaben bei der Bundesbank häufig und in vielen Bereichen damit konfrontiert bin. Nicht zuletzt in der Bankenaufsicht, für die ich seit 2018 zuständig bin.

"Digitalisierung ist kein fernes Zukunftsszenario, sondern passiert jetzt. Und es liegt an uns, diesen Übergang, der von manchen auch als vierte industrielle Revolution bezeichnet wird, mitzugestalten."

Es ist wichtig zu verstehen, was die Digitalisierung für Banken bedeutet und welche Auswirkungen sie auf das gesamte Finanzsystem haben kann. Wir als Bundesbank sind angehalten, unsere Aufgaben möglichst effizient und mit hoher Qualität zu erfüllen. Wir sollten die Digitalisierung daher auch selbst nutzen, um unsere Aufgaben noch besser zu erfüllen.

Chancen der digitalen Transformation im Finanzsektor nutzen

Die digitale Transformation des Finanzsektors wirkt sich bereits auf unseren Alltag aus. Schon heute können Touristen aus den USA und China mit ihren heimischen mobilen Bezahlverfahren in Europa bequem bezahlen, ohne dass es ein vergleichbares europäisches Angebot gibt. Die Digitalisierung verändert die Märkte und vor allem Länder wie die USA oder China gestalten diese Entwicklung maßgeblich mit. Wir in Europa sind gefragt, welche Rolle wir dabei spielen wollen.

Die Effizienz an den Märkten kann sich weiter erhöhen, weil Informationen immer schneller ausgetauscht werden können. Märkte können infolge der Digitalisierung auch internationaler werden: Durch länderübergreifende Regelungen ist gerade Europa ein hervorragendes Beispiel für das Zusammenwachsen unterschiedlicher Märkte. Zu dieser Integration leisten auch die Finanzmarktinfrastrukturen des Eurosystems wie Target2 und Target2 Securities einen wichtigen Beitrag.

"Heute macht es keinen Unterschied mehr, ob Sie einen Geldbetrag an Ihren Nachbarn überweisen oder an einen Bekannten in Portugal."

Der Wettbewerb auf den Finanzmärkten nimmt durch die Digitalisierung zu. Innovative Ideen und neue Dienstleistungsangebote drängen auf den Markt. Für den Endkunden wird damit eine höhere Qualität zu niedrigeren Preisen in Aussicht gestellt.

Welche Risiken berücksichtigt werden müssen, welche Perspektive Europa in diesem Kontext hat und wie die Digitale Transformation weiterhin gefördert werden muss, erfahren Sie auf it-finanzmagazin.de.